27/10/2026 0 Kommentare
(Psychiatrie) Seelsorge entmedikalisieren
(Psychiatrie) Seelsorge entmedikalisieren

Medikalisierung von Religion und Spiritualität
Entmedikalisierung von Seelsorge?
Flyer Bundesfachtagung Psychiatrieseelsorge 2027.pdf
Praxisimpulse:
Caroline Braun (Bistum Aachen)
Anja Breer (Bistum Osnabrück)
Julia Rickert (Alexianer Münster)
Anja Scherer-Mackert (Bistum Limburg)
Jochen Sautermeister beobachtet eine zunehmende „Medikalisierung“ von Spiritualität und Religiosität: Beide werden verstärkt wissenschaftlich und medizinisch erforscht und danach beurteilt, ob und wie sie nachweislich wirken. Das beeinflusst auch das Verständnis von und die Erwartungen an Seelsorge. Gerade im stark medizinisch geprägten Umfeld der Psychiatrie stellt sich daher die Frage: Kann Seelsorge bewusst einen ergänzenden Raum bieten, in dem nicht Behandlung und Wirkung im Mittelpunkt stehen?
Erfahrungen von Psychiatrieerfahrenen zeigen, wie wichtig solche Räume sein können. Lea di Gregorio beschreibt in „Unter Verrückten sagt man du“ Seelsorge als einen der wenigen Orte in der Psychiatrie, der nicht einem bestimmten Behandlungsziel dienen muss, sondern offen für den Menschen und seine Bedürfnisse ist. Dabei kommen auch Beziehungen zu Mitpatient*innen, Angehörigen und weiteren Akteur*innen in den Blick – innerhalb und außerhalb der Klinik.
Daraus ergeben sich Fragen für das Profil und das professionelle Selbstverständnis der Psychiatrieseelsorge: Wie können Hauptamtliche Beziehungen und Netzwerke stärken, andere einbeziehen und unterstützen und so zu einem heilsamen Beziehungsnetz für Menschen mit psychischer Erkrankung beitragen?
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