Inklusion in der Erstkommunionvorbereitung

Inklusion in der Erstkommunionvorbereitung

Inklusion in der Erstkommunionvorbereitung

# Medien und Methoden

Inklusion in der Erstkommunionvorbereitung

Inklusion ist keine Extrawurst

Wenn auf einmal ein Mensch mit Behinderung in Zusammenhang mit der Erstkommunionvorbereitung auftaucht, ist die Routine sofort in Gefahr. Es wird deutlich, wieviel Anpassungsleistung in der Erstkommunionvorbereitung geleistet werden muss. Im Grunde ist man sich einig, dass Inklusion eine Zusatzbelastung ist, die unter diesen Umständen (Kirchenkrise, Personalmangel, weniger Ehrenamtliche, kein Geld) nicht geleistet werden kann.

Warum machen wir es trotzdem?

Weil Jesus den bedürftigen Menschen in die Mitte geholt hat. Immer.

Und weil die Fremdprophetie der UN-Behindertenrechtskonvention in die Kreise der Behindertenseelsorge eingeschlagen ist wie ein Komet. Der darin enthaltene Begriff Inklusion hat in uns etwas entzündet. Wir sind sicher, dass wir keine Extrawurst für Behinderte brauchen. Diese Denkweise ist an sich schon ein Fehlstart.

5 Thesen

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, mute ich Ihnen meine 5 Thesen zum Thema Inklusive Sakramentenvorbereitung zu. Wir schaffen das.

These 1

Ein Mensch fragt nach dem Empfang eines Sakramentes. Mit dieser Frage wird ein Prozess in Gang gesetzt.

Beispiel: Ein gehörloses Mädchen möchte zur Erstkommunion. Die Eltern sind ebenfalls gehörlos. Als erstes müssen wir klären, was der Bedarf ist. Bedarf ist ein wichtiges Wort.

  • Wie viel Inklusion ist möglich?

  • Wie viel Sonderwege brauchen wir?

In diesem Fall brauchen wir auf jeden Fall Dolmetschung. Diese muss in religiösen Begriffen Zuhause sein.

Aber möchte das Kind mit den anderen Kindern in der Gemeinde vorbereitet werden?

Was sagen die Katechetinnen dazu?

Der Prozess ist in Gang gesetzt.

These 2

Wir - die Kirche - sind verantwortlich für die Vorbereitung.

Wir bleiben bei dem Beispiel von These 1:

Ich bin mir im Klaren darüber, dass wir wahrscheinlich keine Gruppe aus Gehörlosen zusammenstellen können, die von einer gebärdensprachkompetenten Katechetin geleitet werden kann. Das ist möglich, aber sehr unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist der Fall, dass wir uns im ersten Moment überfordert fühlen und dieses unangenehme Gefühl gern loswerden möchten. Aber wir sind verantwortlich. Keine Ausreden. Jetzt wird es richtig interessant. Was können wir tun? Wer bietet Hilfe? Vielleicht können die Eltern des Kindes uns helfen?

Wenn Ihnen gar nichts einfällt, gehen Sie zu einem Büro für unabhängige Teilhabeberatung. Sie werden staunen. Nehmen Sie alle Ihre Fragen und Zweifel mit. Dort arbeiten Menschen mit Behinderung. Die kennen das, dass man weder aus noch ein weiß. Und die helfen einem.

https://teilhabeberatung.de

Helfen kann Ihnen auch die Gemeinschaft der katholischen Gehörlosen:

https://taub-und-katholisch.de

Wir sind und bleiben verantwortlich, weil wir die Sakramente verwalten. Sie sind das kostbarste Gut, dass die Kirche geben kann. Aber sie kann auch Liebe und Barmherzigkeit geben. Wir schaffen das. Mit Gottes Hilfe.

These 3

Der Mensch, der ein Sakrament empfangen möchte, ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Planungen und Überlegungen.

Wir finden Wege, unser Vorgehen zu überprüfen. Machen wir es gut? Am besten fragen wir (um bei dem Beispiel aus These 1 zu bleiben) das Mädchen selbst. Oder wir fragen die Eltern. Dabei hilft uns die Dolmetschung.

Mit Sicherheit lernen wir auf diesem steinigen Weg, wie viele Möglichkeiten es gibt, Glaubensinhalte zu vermitteln.

These 4

Der Empfang eines Sakramentes macht die Zugehörigkeit des Empfangenden zur Kirche sichtbar.

Es geht um die Gemeinschaft der Glaubenden. Wir erinnern uns an Sakramentenlehre. Was haben wir gelernt über die Bedeutung der Sakramente?

Eine Erstkommunion im Auschluss der Gemeinde kann es nicht geben. Wie aber diese Gemeinschaft aussehen kann, dass ist unserer Kreativität und Hingabe überlassen. Das ist eine große Aufgabe. Dafür sind wir da. Wir suchen und finden Wege der Glaubensvermittlung und der Feier. Glauben ohne Feier gibt es nicht. Aber wie wir feiern, mit wem, wie wir das gemeinsam gestalten, dass ist unsere Verantwortung, die wir in dem Moment eingegangen sind, in dem wir einen Dienst in der Kirche angenommen habe.

These 5

Geht nicht, gibt 's nicht.

Aber das haben Sie sicherlich schon geahnt.

Ein Gebet in herausfordernder Situation

(kann angepasst werden)

Guter Gott, wir sind hier:

  • Hier sind die Kinder, die sich freuen.

  • Hier sind die Eltern, die ihre Kinder mitgebracht haben.

  • Hier sind die Katechetinnen, die so viel Erfahrung haben und immer wieder neu den Weg der Erstkommunionvorbereitung gehen.

  • Hier ist die Gemeinde, die Menschen, die die Erstkommunionvorbereitung im Gebet begleiten.

Manche haben Bedenken. Manche sind unsicher. Manche haben richtig Lust auf neue Wege.

Hilf uns:

  • Dass wir alle eine Gemeinschaft werden, in der wir füreinander da sind.

  • Dass wir die schwierigen Aufgaben gut lösen.

  • Dass wir mit dir ein schönes Fest der Erstkommunion feiern.

Amen.

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