12/01/2026 0 Kommentare
"Frech und frei" 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung - ein Buch von Udo Sierck
"Frech und frei" 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung - ein Buch von Udo Sierck
# Musik und Kultur

"Frech und frei" 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung - ein Buch von Udo Sierck
Am 12. Januar 2026 stellte Udo Sierck sein neues Buch während einer Lesereise in der Evangelischen Hochschule in Bochum vor. Die Aula war gut belegt mit Studierenden, Lehrkörper und Menschen allgemein. Die ehemalige Dierktorin des BODYS, Frau Theresia Degener, war ebenso anwesend und beteiligte sich an der anschließenden Aussprache, wie Erika Feyerabend und eine Vertretung der AG Behinderte in der Stadt Bochum. Ein Student fragte, nachdem Udo Sierck Thesen seines Buches vorgestellt hatte, was er ihm als zukünftigem Heilpädagogen ins Buch schreiben würde für die Zukunft. Udo Sierck erinnerte daran, dass sie selbst in der Behidnertenbewegung "Heilpädagogik - nein, danke" gesagt hätten. In dem Sinne würde er schreiben, dass Heilpädagogik eine Dienstleistung sei und nie vergessen werden dürfe, wer Auftragegeber ist.
Verstörend, wie wenig von Kirche und Glauben die Rede ist. Offensichtlich hat die Seelsorge keine Rolle gespielt für die Menschen, die für Rechte bis heute kämpfen müssen. 50 Jahre Behindertenbewegung können wir feiern, aber sind wir am Ziel? Im Gegenteil. Wieder bricht sich Sozialdarwinismus Bahn.
Udo Sierck hatte sein Buch vorgestellt, indem er von den Tabus berichtet hatte, die er und seine Mitstreitenden in der Behindertenbewung gebrochen hatten. Nachzulesen. Allein durch diese bewusst begangenen Tabus konnten Verbrechen und Ungerechtigkeiten aufgedeckt werden. Eines der Tabus muss vielen Anwesenden besonders wehgetan haben: Sondereinrichtungen richten mit ihrer Ausgrenzung mehr Schäden an und verursachen mehr Kosten. Darüber wurde nicht diskutiert.
Durch eine Nachfrage aus dem Publikum musste Udo Sierck bekennen, dass es auch in der Behindertenbewegung ein Nachwuchsproblem gibt (wie in vielen Vereinen und anderen Bewegungen). Man sei schlicht zu dankbar für erreichte Privilegien, als dass man sie mit Frechheit aufs Spiel setzen wolle.
Lesen Sie Udo Sierck.
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